Dienstag, 11. September 2007

Feuerwehrleute sind keine Helden

Vor einigen Jahren hieß es noch, dieses Datum sei auf ewig unvergessen. Doch schon sechs Jahre später ist der 11.September-Gedenktag nur eine Randnotiz.
Um kurz vor 9 Uhr gibt es eine kleine Gedenkveranstaltung im Amphitheater. Zwei Studenten – offenbar von irgendeiner Kirche, einige Polizisten und natürlich: Soldaten. Sie spielen die Nationalhymne, sagen ein paar Worte und der Polizeipfarrer hält eine Ansprache. Er redet vom „Gap“. Während alle vom Ort der Katastrophe weglaufen, rennen Polizisten in die andere Richtung, denn: Sie stehen im Gap. Der Gap, das ist seiner Meinung nach der Bereich zwischen Gut und Böse, die Grenze zwischen uns und denen, gegen die uns Polizisten verteidigen. Und er erzählt die Geschichte, wie sein Kollege einmal einem Verdächtigen gedroht habe, man könne sich ja prügeln. Aber dann würde er (der Polizist) gewinne, weil (merke!) er das Böse nicht gewinnen lassen kann. Er steht nämlich im Gap.
Und deshalb betet der Pfarrer, dass wir alle fest und mutig im Gap stehen.

Polizisten und Feuerwehrleute – die Helden von 9/11 – sie stehen alle im Gap. Und der Fire-Marshall stand heute in meinem Zimmer und hinterließ mir eine Mahnung. Ich hatte ungefähr jede denkbare Brandschutzregel ignoriert, die kahlen Wände mit Postkarten und Postern zutapeziert, den Eingang mit meinem Schreibtisch verkleinert und einen Toaster gekauft. Es hieß, der Fire-Marshall würde bei seiner jährlichen Inspektion nach dem Zufallsprinzip Zimmer aussuchen. Dass er bei 600 Zimmern allein in unserem Wohnheim ausgerechnet MEIN Zimmer kontrollieren würde, hatte ich nicht gedacht. Bis zur zweiten Kontrolle muss ich jetzt alles beseitigen. Doof.

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