Freitag, 17. August 2007

Umziehen in ein neues Heim

Der Regen in der Nacht brachte nur wenig Abkühlung und schon vor 9 ist es wieder drückend heiß. Und ausgerechnet heute steht der Umzug ins Wohnheim an. Allein, denn Catharina ist den Tag über im Praktikum.
In aller Frühe hole ich den Schlüssel ab und rufe ein Taxi zum Motel. Die Uni bietet einen interessanten Service an: Wenn man sich verläuft, kann man ein Taxi rufen und die Rechnung später an die Uni schicken. No questions asked!
Das Taxi fährt mich nur bis zu Straßenecke und so dauert es eine Weile bis ich all unsere Koffer und Taschen in den dritten Stock und dann in die zweite Etage des Appartements getragen habe.
Als ich die Zimmertür aufschließe, bin ich schockiert. Ich hatte kein großes Zimmer erwartet, auch keine luxuriöse Ausstattung. Doch damit hatte ich nicht gerechnet
Das Zimmer ist winzig. Bett, Schreibtisch und Schrank passen gerade so hinein, dass man sich im Zimmer noch drehen kann. Die einzige Lichtquelle außer dem Fenster ist die kleine Schreibtischlampe.
Ich habe schon an vielen komischen Orten gewohnt. Ich möchte nur an das Wohnheimzimmer an der Sporthochschule in Köln erinnern, oder die Kellerwohnung in Siegen – von meinem Zimmer im Internat in Bonn ganz zu schweigen. Aber das hier übertrifft echt alles. Ich gebe offen zu: Der Gedanke, hier wohnen zu müssen, nimmt mir den Atem.

Aber es hilft nichts.
Die übrigen Wohnungen stehen fast alle noch leer, nur in einer treffe ich zwei Mädchen. Sie gehören zum „Resident Staff“, sind so eine Art Blockwart. Sie erzählen mir, wie ich online gehen kann und wo ich meinen Studentenausweis bekomme, mit dem ich nicht nur umsonst Bus fahren kann, sondern auch in den Waschsalon und die Küche komme.

Es ist eine ziemliche Lauferei zum Computerladen (ein Kabel kaufen), zum Student Activities Building (Ausweis machen), zur Bibliothek (Notebook registrieren lassen) und zurück zum Wohnheim. Aber dann habe ich alles zusammen.

Als Catharina wieder kommt, fahren wir zum Supermarkt. Die Uni Dortmund stellt ausländischen Studenten ein Set mit den nötigsten Gegenständen zur Verfügung. Die University of Virginia nicht. Also kaufen wir Kissen, Bettdecken, Bettzeug, Topf, Pfanne, Besteck, Putzzeug usw. Es dauert den ganzen Abend. Als wir fertig sind, sieht das Zimmer schon fast wohnlich aus.

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