Donnerstag, 30. August 2007

An Ass on Facebook

Ihre Arbeit ist sozusagen „für’n Arsch“: Unsere beiden veganischen Nachbarinnen, Rachel und Caitlin, malen ein großes Plakat für ASS, die „Art Students’ Society“. An UVA gibt es geschätzte eine Million solcher Clubs, Societys und Associations, für Kunst, Rudern, die Befreiung von Tibet oder die freiwillige Feuerwehr. Nahezu jede erdenkliche Minderheit, jedes mögliche Anliegen, jede irgendwie vorstellbare Beschäftigung trifft sich in einem solchen Club. Am kommenden Samstag sollen sie sich alle präsentieren, um neue Mitglieder zu werben.
Und ich mal einen roten Delfin auf das Plakat für ASS.

Und mit diesem Plakat posiere ich nun sehr prominent in Facebook. Ich habe mich immer mit Händen und Füßen gegen StudiVZ gewehrt, aber um dessen amerikanisches Vorbild kommt man einfach nicht rum. Wenn man hier wen kennen lernt, werden keine Telefonnummern ausgetauscht – dafür müsste man ja was aufschreiben – man sagt: „Just add me on facebook!“ Und solange man dazu keinen Zugang hat, lernt man niemanden kennen.

Die Welt ist hier sehr online. Das hat eine Menge Vorteile. So habe ich hier noch nicht eine einzige Seite kopieren müssen, weil Dozenten Literatur grundsätzlich einscannen und auf die Kurs-Homepage stellen. Dozenten antworten auf Mailanfragen in der Regel binnen weniger Stunden, manchmal sogar unmittelbar. Aber mitunter ersetzt Internet und Mail auch die persönliche Kommunikation völlig. So wollte eine Studentin ein Problem schildern, weshalb sie die nächste Stunde verpassen würde, da entgegnet der Dozent, sie solle ihm lieber eine Mail schreiben.

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