Mittwoch, 29. August 2007

2. Schultag

Es geht weiter im fröhlichen Kursgucken, bereits um 9 Uhr morgens mit Amerikanischer Politischer Tradition. Das ist langweiliger als es klingt. Das einzige, das mich davon abhält, den Kurs sofort abzuwählen ist, dass er in den historischen Gebäuden nahe der Rotunda stattfindet, jenen also, die Thomas Jefferson selbst erbauen ließ hat. Es sind uralte Stühle, auf denen wir sitzen, an den Wänden hängen Ölgemälde von Jefferson & Co. und es riecht nach Museum.
Ich bleibe historisch und besuche den Kurs „Geschichte des Film“. Das ist mal spannend. Da ich nur ein Semester hier bin, werde ich nur Stummfilme mitbekommen, dafür stehen aber die großen Klassiker auf dem Programm, von Eisenstein bis Charlie Chaplin.
Ich tue mir noch ein paar andere Kurse an diesem Tag an und bin etwas verstört. Hier ist alles ganz anders als zu Hause in Deutschland. Das fängt an mit den Zeiten: Ein Kurs trifft sich 2½ pro Woche, das kann auf 1-3 Sitzungen verteilt sein. In der Regel gibt es eine Abschlussprüfungen (Final) und eine Halbzeitprüfung (Midterm), zusätzlich noch je nach Kurs Tests oder kurze „response papers“. Und nicht zu vergessen: Sehr viel zu lesen! 3-4 Bücher müssen im Schnitt pro Kurs angeschafft werden, zudem veröffentlichen die Dozenten seitenweise pdf-Dokumente, die ebenfalls gelesen werden wollen. Nicht dass ich mich vor der Arbeit scheue. Aber wenn ich den Herbst über hätte nur Bücher lesen wollen, hätte ich auch in Deutschland bleiben können.

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